Sparzinsen sind in den Keller gerasselt
„Alle Sparzinsen sind ziemlich in den Keller gerasselt“, sagt AK Konsumentenschützer Harald Glatz anlässlich des Weltspartages. „Die Banken haben es sich nicht nehmen lassen, auf die Zins-senkungen der Europäischen Zentralbank rasch und umfassend zu reagieren. Bedenklich ist das Auftauchen von Sparbüchern, deren Ertrag an die Entwicklung von Aktien oder an einen Kaufzwang von Fonds gekoppelt ist. Werden solche Produkte mit Lockzinsen beworben werden, haben sie am Sparbuchmarkt nichts verloren.“
Wer ein täglich fälliges Sparbuch hat, bekommt bei Banken Sparzinsen von 0,062 (Spardabank Wien – Sparbuch) bis 2,2 Prozent (direktanlage.at – Neukundenaktion bis 27.11., Mindest-sparsumme 3.000 Euro). Bei den Direktbanken gibt es ein (Allianz Investmentbank – Top Cash) bis 2,1 Prozent (easybank – easy zinsmax).
Viele Banken bieten als Alternative zum normalen Sparbuch so genannte Sparcards oder Online-Sparkonten an. Die Einlagen sind täglich fällig. Die Zinsen reichen von 0,062 (PSK Bank – PSCard; BAWAG – Top Card) bis 1,250 Prozent (Sparda Bank Wien – online-plus Anlagekonto; PSK Bank – e-clever online Sparkonto mit einer Mindestsparsumme von einem Euro). Üblicherweise sind die Zinsen bei Sparcards betragsabhängig. Es gilt: Je höher der angelegte Betrag ist, desto besser der Zinssatz.
Aber die Zinsen für die viel beworbenen Sparcards sind heuer kräftig gefallen. Bei der Hälfte der untersuchten Sparcards gibt es nur mehr Zinsen bis zu 0,125 Prozent (ab Mindestsparsumme null Euro). Das ist nicht nachvollziehbar, denn der Kunde ist in der kostensparenden Selbstbedienung im Bankfoyer tätig und führt eben keine teure Bargeldbehebung am Schalter durch, wie die Banken immer wieder vielfach anführen.
Bei den Kapitalsparbüchern gibt es fixe Zinssätze. Konsument-Innen legen Einmalbeträge an, die sie als Sparer für eine bestimmte Zeit nicht benötigen. Freilich ist eine vorzeitige Behebung möglich, aber dann gibt es einen geringeren Zinssatz. Die Zinsen für ein Kapitalsparbuch für zwölf Monate betragen 0,5 Prozent (Bank Winter & C0 AG) bis 2,1 Prozent (bankdirekt.at – Fixzinsanlage; livebank.at VB Kufstein – Online-Festgeld). Für drei Jahre sind die Zinsen 0,5 Prozent (Bank Winter & CO AG – Kapitalsparbuch) bis 3,27 Prozent (Autobank – Termineinlage).
Manche Sparprodukte (“Vier Prozent fix auf sechs Monate”) sind etwa mit dem Kauf von Fonds oder einer Lebensversicherung untrennbar verknüpft. Das angebotene Kapitalsparbuch ist zwar gut verzinst, aber die Sparer müssen etwa gleichzeitig Fonds-anteile kaufen und ein Wertpapierdepot eröffnen. Was in der Werbung nicht groß geschrieben ist, sind die anfallenden Fonds-kaufspesen von zwei Prozent. Die Spesen dezimieren den Zinsertrag stark. Die Kombi-Produkte mit unterschiedlichen Laufzeiten und Produkteigenschaften sind für Sparer zu undurchsichtig und ungeeignet.
Quelle: wien.arbeiterkammer.at
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