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Archiv für September, 2009

IWF revidiert Verluste für Finanzbranche nach unten

Die globale Finanzbranche kommt etwas glimpflicher davon als befürchtet: Dank der jüngsten Erholung der Weltwirtschaft werden die Verluste der Branche um 600 Mrd. Dollar geringer ausfallen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) nahm seine Prognose über die weltweiten Einbußen durch Ramschpapiere und faule Kredite von vier Billionen Dollar auf 3,4 Billionen (2.337 Mrd. Euro) zurück.

Grund für die Korrektur seien inzwischen gestiegene Preise für problematische Vermögenswerte, heißt es in einer heute in Istanbul veröffentlichten IWF-Studie zur Stabilität der internationalen Finanzmärkte. Entwarnung für die Branche will der IWF allerdings noch nicht geben.

Prognosen stetig nach oben geschraubt
Der IWF hatte im Verlauf der Krise seine Schätzungen über die erwarteten Verluste von Banken und anderen Finanzinstituten immer weiter nach oben geschraubt. Zuerst war der Fonds von 1,4 Billionen Dollar an Einbußen ausgegangen. Wenig später sprach er angesichts des immer dramatischeren Ausmaßes der Krise von rund vier Billionen Dollar.

Allein für die Banken der Euro-Zone rechnet der Weltwährungsfonds zwischen 2007 und 2010 nun mit Abschreibungen und Verlusten bei Krediten sowie Giftpapieren in Höhe von 814 Mrd. Dollar. US- Banken liegen demnach mit rund einer Billion Dollar Einbußen nur knapp darüber. Amerikanische Geldinstitute hätten inzwischen bereits mehr als die Hälfte der erwarteten Verluste verbucht, berichtete der IWF. Sie seien somit den europäischen Geldhäusern voraus.

Spekulationsblasen

Dem Thema “What bubbles did we have in the last 108 years and what is next?” widmete sich Bezirksdirektor Michael Gadinger in einer schriftlichen Arbeit.

Hier ein kurzer Auszug:

Dotcom-Blase in den USA und in Deutschland 1998-2000
Der Boom an den Technologiebörsen in den späten 90er Jahren wurde durch hohe Gewinnerwartungen ausgelöst, die mit neuen technologischen Entwicklungen einhergehen sollten. Beispiele dafür sind das Handy, das Internet oder die damals in Mode gekommenen Handhelds. Fundamentale Unternehmensbewertungen und Jahresabschlüsse wurden ignoriert, der Wert von oft jahrelang Verluste verzeichnenden Unternehmen wurde nur an die in naher Zukunft erwarteten Gewinne festgemacht. Der NEMAX 50, ein deutscher Aktienindex an dem New Economy Unternehmen notierten, stieg von 1000 Punkten am 31. Dezember 1997 bis zu seinem historischen Höchststand von 9666 Punkten am 10. März 2000. Am 9.Oktober 2002 fand sich der Index bei 318 Punkten wieder, was einem Minus von 96 % vom All Time High entspricht. Viele Kleinanleger verloren ihr gesamtes, investiertes Kapital. Ähnliche Entwicklungen gab es an der der amerikanischen Technologiebörse NASDAQ. Der Absturz fiel jedoch weniger dramatisch aus, da im NASDAQ 100 zahlreiche Traditionsunternehmen, wie beispielsweise Apple, Microsoft oder Intel gelistet waren und noch immer gelistet sind, die durch die Krise in ihrer Existenz nicht bedroht waren.

Server-Probleme

26. September 2009 Michael Altrichter 1 Kommentar

In letzter Zeit hat es leider einige technische Probleme mit dem Server gegeben. Sollte die Website vorübergehend nicht verfügbar sein so liegt das an der Behebung der Probleme. Wir bitten um Verständnis.

KFZ-Rechner auf einem externen Server

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G-20 Gipfel: Bonus-Malus-System für Investmentbanker?

Künftig soll es verbindliche Maßstäbe bei der Zahlung von Boni geben. Statt kurzfristigen Gewinnen sollen sich die Gehälter “an langfristiger Wertschaffung und nicht an exzessiven Risikoinvestitionen” orientieren. Dadurch soll verhindert werden, dass Manager für schnelle Profite hohe Risiken eingehen. Konkrete Vorschläge kommen dazu vom Finanzstabilitätsrat. Bricht der Gewinn ein, sollen Prämien zurückgehalten werden. Zudem sollen die Boni einen bestimmten Prozentsatz des Eigenkapitals nicht übersteigen.

Diese Vorschriften sollen die Grundlage für die nationale Gesetzgebung der G-20-Staaten sein. Bis Jahresende soll jedes Land eigene Regeln aufstellen, die anschließend von einem internationalem Gremium überwacht werden. Nach Angaben von Diplomaten war auch an Strafen gedacht, sollten Banken diese Richtlinien umgehen. Institute könnten etwa gezwungen werden, bei Verstößen mehr Eigenkapital vorzuhalten.

In der Praxis soll es demnach nicht nur Bonus-, sondern bei Misserfolg auch Malus-Regeln geben, bei der Manager auch haftbar gemacht werden können. Dazu werde auch überlegt, einen Teil der Sondervergütung in Aktien zu bezahlen oder bei Problembanken am Umsatz auszurichten. Eine allgemein geltende Obergrenze für Boni wird allerdings nicht gefordert. Allerdings seien die Bonus-Regelungen “schärfer als von vielen erwartet”, betonte der britische Premierminister Gordon Brown.

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WIFO und IHS prognostizieren Wachstum für Wirtschaft

Mit der österreichischen Wirtschaft geht es wieder aufwärts. Für das zweite Halbjahr erwarten die Konjunkturexperten eine spürbare Belebung. Für das laufende dritte Quartal wird bereits mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung gerechnet. Auch für 2010 sind das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) und das Institut für Höhere Studien (IHS) nun optimistischer und erhöhen deshalb die Wachstumsprognose von einem halben auf ein ganzes Prozent.

Für 2009 rechnen die Experten jedoch mit 3,4 (WIFO) bzw. 3,8 Prozent (IHS) realem BIP-Rückgang nach noch 1,8 Prozent Wachstum im vergangenen Jahr, wie die Forschungsinstitute in ihren Herbstprognosen heute erklärten. “Es mehren sich die Anzeichen, dass die tiefste Rezession der Nachkriegszeit ausläuft”, stellte das IHS fest.

Noch keine Besserung auf dem Arbeitsmarkt
Bestimmende Kraft, so das WIFO, bleibe freilich die Wirtschaftspolitik: Noch seien die Auftriebskräfte der Wirtschaft zu schwach, um einen selbsttragenden Aufschwung auszulösen; daher berge ein voreiliger Rückzug der Wirtschaftspolitik die große Gefahr eines Rückfalls in eine Rezession.

Weiters könnten, betonte das IHS, die nötigen Konsolidierungen der öffentlichen Budgets sowie verschärfte Finanzierungsbedingungen das Wachstumspotenzial dämpfen.

Noch keine Besserung ist auf dem Arbeitsmarkt in Sicht – die Experten rechnen weiterhin für heuer und nächstes Jahr mit zusammen 90.000 Arbeitslosen mehr, womit 2010 im Jahresschnitt die Grenze von 300.000 überschritten wäre. Die Arbeitslosenquote nach Eurostat-Definition würde damit 2009 auf fast 5,5 Prozent steigen und 2010 auf rund 6,0 Prozent, nach heimischer Berechnung auf 7,5 bzw. 8,5 Prozent.

Quelle:orf.at

Immoeast dank Aufwertung von Entwicklungsprojekten mit Quartalsgewinn

Die Immoeast (im Bild: CFO Eduard Zehetner) profitierte im ersten Quartal ihres Geschäftsjahres 2009/10 von Immobilienaufwertungen für Entwicklungsprojekte und der Immoaustria, die von Mutter Immofinanz übernommen worden ist. Daher weichen die tatsächlichen Zahlen teils deutlich von den Prognosen im Vorfeld ab. Die Analysten dürften den Wechsel zur Fair Value-Bewertung für Entwicklungsprojekte nicht auf der Rechnung gehabt haben. Die Konsequenz: Während im Vorfeld sowohl EBIT als auch Vorsteuergewinn und Nettoergebnis deutlich im Minus erwartet worden ist (prognostizierter Nettoverlust von rund -83 Mio. Euro), weist die Immoeast Gewinne aus. Der Nettogewinn im Startquartal kommt bei 110,2 Mio. Euro zu liegen (nach -53 Mio. Euro), erwartet worden ist ein Verlust von rund -83 Mio. Euro.

Die auffälligste Entwicklung: Das EBIT, welches im Vorjahresquartal massgeblich von dem negativen Neubewertungsergebnis (-293,6 Mio Euro ) beeinflusst war und -261,4 Mio. Euro betragen hat, konnte nun aufgrund des ausgeglichenen Bewertungsergebnisses (7,3 Mio. Euro) auf 102,1 Mio. Euro verbessert werden. Das Neubewertungsergebnis bezieht sich in Höhe von -124 Mio. Euro auf Bestandsobjekte und in Höhe von 131,3 Mio. Euro auf Entwicklungsprojekte.

Während die Abwertung des Bestandsimmobilien-Portfolios überwiegend auf Wechselkurseffekte zurückzuführen ist, resultiert das positive Neubewertungsergebnis von Entwicklungsprojekten ausschliesslich aus einer Änderung der Bestimmungen der Rechnungslegungsvorschrift IAS 40, wonach jetzt auch für fortgesetzte Entwicklungsprojekte die Fair Value Bewertung greift (abgezinster Fair Value zum Fertigstellungszeitpunkt abzüglich offener Investitionen). Die Folge: Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2009/10 wurden stille Reserven in Höhe von 139 Mio. Euro aufgedeckt, während weitere Abwertungen in Höhe von 7,7 Mio. Euro vorgenommen werden mussten.

Vorsteuerergebnis drehte
Das Finanzergebnis beträgt 33,8 Mio. Euro und spiegelt hauptsächlich die erfolgswirksame Neubewertung von Finanzinstrumenten und die Neubewertung aufgrund von Wechselkursveränderungen wider. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) drehte von -77 Mio. auf +135,8 Mio. Euro. Bereinigt um Wechselkurseffekte würde dieses 179,5 Mio. Euro betragen.

Was Umsatz und EBITDA anbelangt, liegt die Immoeast leicht über den Schätzungen. Im ersten Quartal wurden Mieterlöse von 113,6 Mio. Euro erwirtschaftet, was einem Zuwachs von 79% entspricht. Die Umsatzerlöse stiegen um 92% auf 162,2 Mio. Euro. Das EBITDA verbesserte sich von 33,7 Mio. auf 97,9 Mio. Euro.

NAV leicht gestiegen
Der NAV je Aktie lag per Ende erstes Quartal bei 7,25 Euro je Aktie, nach 7,09 Euro per Ende Geschäftsjahr 2008/09. Der Discount zum Aktienkurs betrage rund 45%

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Fed steht zu lockerer Geldpolitik

Trotz einer deutlich optimistischeren Einschätzung für die US-Wirtschaft will die Notenbank Federal Reserve (Fed) auf absehbare Zeit an ihrer extrem lockeren Geldpolitik festhalten. Der Leitzins werde noch einen “längeren Zeitraum” auf außergewöhnlich niedrigem Niveau bleiben.

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) sieht die größte Volkswirtschaft zunehmend auf Erholungskurs. Die Bedingungen auf den Finanzmärkten hätten sich weiter verbessert, und der Immobilienmarkt zeige Belebung. Das teilte die Fed Mittwochabend mit. Derzeit liegt er auf dem Rekordtief von 0 bis 0,25 Prozent. Die US-Währungshüter bekräftigten zudem ihre Absicht, für 1450 Mrd. $
hypothekenbesicherte Anleihen und Schuldtitel zu kaufen, um den Hypotheken- und Häusermarkt zu stützen. Sie wollen die Käufe nun aber bis März 2010 strecken, um einen “sanften Übergang” zu schaffen. Bislang sollten sie Ende 2009 auslaufen.

Mit den Zinssenkungen und Käufen hat sich die Fed gegen die tiefste Finanz- und Wirtschaftskrise seit den 30er-Jahren gestemmt und geholfen, eine Depression zu verhindern. Die Erholung der Wirtschaft hat nun aber die Debatte angeheizt, wann die Wende kommt. Für die Fed ist das heikel: Nimmt sie die Hilfen zu früh zurück droht ein neuer Einbruch. Hält sie zu lange daran fest, besteht die Gefahr zu hoher Inflation oder neuer Finanzexzesse.

Am Mittwoch erklärten die Notenbanker, die US-Wirtschaft habe sich nach dem Einbruch zur Jahreswende belebt. Die fiskal- und geldpolitischen Hilfen sowie “Marktkräfte” sollten dazu führen, dass sich das Wachstum weiter verstärkt. Was die Fed mit Marktkräften meint, blieb offen.

Zugleich warnte sie aber erneut, dass das Wachstum erst mal schwach bleiben wird weil es für Haushalte und Firmen schwer sei, Kredite zu bekommen. Außerdem werde der Konsum durch die steigende Arbeitslosigkeit gedämpft – wenngleich Unternehmen das Tempo der Jobkürzungen zurückgefahren hätten.

(Quelle: Finanztreff)